Q&A: Kurzinterview mit Regula Nussbaum
Liebe IKT-Freundin, lieber IKT-Freund!
Regula Nussbaum verbindet in ihrer Arbeit als Yogatherapeutin zwei Welten: den naturwissenschaftlichen Blick auf biologisch-medizinische Zusammenhänge und die philosophische Tiefe des Yoga Sûtra. Im Modul HerzStark zeigt sie, wie diese beiden Perspektiven zusammenfliessen, wenn es um emotionale Balance und die Stärkung von Herz und Nervensystem geht. Im Interview gibt sie Einblick in ihren Zugang und in das, was dich in diesem Modul erwartet.
1. Du beschreibst dich als Naturwissenschaftlerin, die zugleich von der Yoga-Sûtra-Philosophie fasziniert ist. Wie fliessen diese beiden Welten in deiner Arbeit als Yogatherapeutin zusammen, und wie wirkt sich das auf deine Art zu unterrichten aus?
Als Biologin staune ich immer wieder über die vielfältigen Facetten von Lebewesen. Um als Yogatherapeutin körperliche und mentale Phänomene einzuordnen, dienen mir medizinisch-biologische Kenntnisse. Beim wegweisenden philosophischen Werk «Yoga Sûtra Patañjali» (ca. 4. Jh. n. Chr.) fasziniert mich die unglaubliche Präzision und Weisheit dieser Schrift. Erkenntnisse der modernen Neuro- und Medizinforschung und Inhalte des Yoga Sûtras meinen bei allen Unterschieden oftmals dasselbe – und beide Perspektiven werden in den Unterricht einfliessen.
2. Im Modul HerzStark geht es um die Verbindung von Herz, Nervensystem und Emotionen. Kannst du an einem einfachen Beispiel erklären, wie diese drei Ebenen zusammenspielen und warum das Herz dabei eine so zentrale Rolle einnimmt?
Das Herz ist zwar «nur» ein pumpender Hohlmuskel, hat aber eine zentrale Bedeutung für unsere Empfindungen und unser Erleben. Dies zeigt sich schon daran, wie vielfältig das Wort «Herz» im Sprachgebrauch genutzt wird. Der Einfluss einer individuell angepassten, regelmässig geübten Yogapraxis auf das autonome Nervensystem, welches Dreh- und Angelpunkt unserer Befindlichkeit ist, beeindruckt mich immer wieder. Wir können u.a. unsere Herzgesundheit, das Nervensystem und die Emotionen günstig beeinflussen, wenn wir uns immer wieder Zeit nehmen, uns mit unserem Atem, Körper und Geist bewusst auseinanderzusetzen.
3. Ein Schwerpunkt liegt auf Selbstregulation bei Angst und Panik. Was kannst du den Teilnehmenden konkret mitgeben, um in solchen Momenten – bei sich selbst oder bei Klient:innen – Sicherheit und Stabilität zu schaffen?
Der Kurs ist praxisorientiert und basiert auf einem fundierten Theorieteil. Es werden Anwendungen auch für herausfordernde Situationen besprochen und geübt. Bei unserer Methode ist es wichtig, yogatherapeutische «dos» und «don’ts» bei verschiedenen Krankheitsbildern zu kennen, um individuell angepasste Varianten vermitteln zu können. Die jeweiligen Feedbacks sind wichtige Wegweiser, damit sich Klient:innen schrittweise in Richtung «entspannter, gelassener, sich freier fühlend» bewegen können.
4. Du sprichst von einer ressourcenorientierten, achtsamen Haltung als Ziel des Moduls. Was bedeutet das für dich im Kontakt mit Klient:innen, gerade wenn diese sich in einer emotional verletzlichen Phase befinden?
Unser Ansatz ist salutogenetisch – das heisst, für uns ist wichtig, dass ein kranker Mensch mehr als seine Krankheit(en) ist. Er kann auf seine Ressourcen zurückgreifen und gesunde Anteile weiterentwickeln, und wir können diesen Prozess einfühlsam begleiten.
5. Das Modul bereitet auf M6 (Trauma und Resilienz) vor. Was möchtest du Teilnehmenden mitgeben, die sich fragen, ob dieser Weiterbildungsweg der richtige für sie ist?
M4 (HerzStark) erarbeitet das Fundament zu stressbedingten Erkrankungen wie Erschöpfung, Burnout, Angst- und Panikstörungen oder Herzgesundheit. Eigenerfahrungen, Theorie, Diskussion und Reflexion möglicher Praxisfälle sind im Unterricht integriert.
Als wissenschaftlich gut untersuchte Methode kann Yoga-Therapie stressbedingten Dysbalancen effizient entgegenwirken und Menschen darin unterstützen, ihren individuellen Weg zu mehr Wohlbefinden zu finden. Stress wird als eine der grössten Gesundheitsgefahren unserer Zeit und als Volkskrankheit Nummer 1 bezeichnet – und genau hier haben wir mit Yoga und Yoga-Therapie ein wirksames Gegenmittel zur Hand.
Modul M4 dient als Basis- und Vorbereitungsmodul für M6 (Trauma und Resilienz).
Hier geht es zum Kurs: Modul M4 – HerzStark: emotionale Balance in der Yogatherapie
