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Was ist, was wird? Der Umgang mit dem Werden

Liebe IKT-Freunde,

es ist nicht lange her, da waren grosse Teile der Schweiz tief im Schnee versunken. Wir merken, im Winter scheint das Leben stillzustehen. Die Vögel sind in den Süden gezogen, die Säugetiere machen Winterschlaf, die Blumen sind unter der Schneedecke eingefroren.

Nichts passiert, nichts wird, es herrscht Ruhe und Bewegungslosigkeit. Dieser Zustand kann sich noch eine Weile hinziehen, aber wir wissen bereits, was danach kommen wird: Der Schnee wird schmelzen, die Vögel werden zurückkehren, die Säugetiere werden wieder erwachen, die Blumen werden auftauen und in neuen Farben erstrahlen. Diese Vision über das, was wird, tragen wir jetzt schon in uns und können uns auch jetzt schon darauf freuen.

Ähnlich zum Stillstand im Winter verhält es sich auch im Hinblick auf unsere eigenen Leben: Die Pandemie und die damit verbundenen Massnahmen sorgen bei den Menschen für einen Stillstand und für eine Reduktion auf das Wesentliche, sowohl physisch als auch psychisch. Wir sind dazu angehalten, zu Hause zu bleiben, Kontakte zu minimieren und Reisen zu unterlassen. Das wiederum führt dazu, dass wir uns auch mental eingeschränkt fühlen. Die fehlenden Inspirationen, Erfahrungen und Erkenntnisse bremsen unsere Entwicklung und unser eigenes Werden.

Aber ist das wirklich so? Was wir als Stillstand erfahren, lässt sich einerseits negativ, andererseits aber auch positiv wahrnehmen und interpretieren. Die Massnahmen gegen die Pandemie schränken uns zwar ein, das ist klar. Auf der anderen Seite bieten sie uns aber auch Zeit und Ruhe. Dies zu erkennen und anzunehmen verändert unsere Perspektive. Wann haben wir sonst so viel Gelegenheit zum Nachdenken, zum Reflektieren, zum Lernen, zum Träumen, zum Visionen haben, zum Pläne schmieden – zum Werden? Wir können das Beste aus der Situation machen, uns auf das Hier und Jetzt ausrichten, dem nachgehen, wofür es nun Zeit hat. All das können wir als ein Geschenk erleben. Wir können ebenso jetzt schon Visionen erschaffen, was sein wird und wie wir werden, wenn Lockerungen in Kraft treten, wenn öffentliches Leben wieder möglich wird, wenn der Schnee geschmolzen ist.

Ganz unabhängig davon, wie die äusseren Umstände sind, wir entwickeln uns durchgehend weiter, wir werden. Doch was genau bedeutet werden?

Werden bedeutet immer Veränderung, Werden ist eine Bewegung vom Jetzt in die Zukunft. Werden ist ein fortschreitender Prozess, wobei die Zeit bereits die Blickrichtung nach vorne angibt. Man kann nur „nach vorne werden“, man kann nicht „zurückwerden“, das liegt in der Natur der Sache. Dabei ist Werden aktiv und passiv zugleich. Man kann aktiv und bewusst an der eigenen Entwicklung teilhaben und sich selbst Wege vorgeben. Gleichzeitig ist der eigene Werdungsprozess immer auch von aussen beeinflusst und man ist dem Werden passiv ausgesetzt. Diese Beeinflussungen kommen durch die Verbindung mit der Umwelt zustande. Hier lohnt wieder ein Blick in die Natur: Ein Baum kann nur dann gross und kräftig wachsen, wenn die Wurzeln genügend Nährstoffe erhalten, wenn ausreichend Sonnenlicht verfügbar ist und wenn der Boden genug Halt gibt. Der Baum wird als einzelner, aber mit ihm zusammen wird vielleicht ein ganzer Wald. So ist es auch bei uns Menschen. Werden geschieht auf individueller Ebene, jeder und jede von uns entwickelt sich auf die eigene Art und auf dem eigenen Lebensweg. Genauso wichtig ist allerdings auch das Werden im Kollektiv: Schulklassen werden gemeinsam, Familien werden gemeinsam, KollegInnen werden gemeinsam, denn alle teilen sich ein Umfeld und beeinflussen sich gegenseitig. Das gemeinsame Werden bietet wiederum eine wertvolle Orientierung für die Einzelperson – gerade in Zeiten der Unsicherheit und der Orientierungslosigkeit. Dabei stellt sich immer die Frage, wie man das Werden interpretiert. Zwar kann das kollektive Werden zeitweise als Begrenzung und Einengung der eigenen Möglichkeiten gesehen werden. Darüber hinaus spendet das gemeinsame Wachsen so viel Kraft und Stärke durch den Weg, den man zusammen beschreitet.

Die Botschaft in diesem Artikel über das Werden ist klar: Man kann und man darf das Werden zulassen! Das Werden, die Bewegung, der Wandel, das Wachstum, ist ein Angebot, das es anzunehmen gilt. Auch wenn Veränderung eine Herausforderung darstellen kann, helfen Vertrauen und Mut, den Prozess des Werdens zu akzeptieren. Auf diese Weise lassen sich Gestaltungsräume und Möglichkeiten erkennen, wie zukünftiges Werden aussehen kann. Es ist erlaubt, zu träumen, Szenarien auszudenken, Visionen zu haben und all dies in die Tat umzusetzen.

Ich lade dich zum Träumen ein! Von was für einem Leben träumst du? Wo siehst du deine Gestaltungsmöglichkeiten? Wer bist du jetzt und wie möchtest du werden? Möchtest du den Wandel annehmen und wachsen? Oder möchtest du den Jetztzustand so lange wie möglich beibehalten? Gibt es Träume, die du bisher noch nicht zu träumen gewagt hast? Und was spricht dagegen, sie jetzt zu träumen?

Wie auch immer du dich entscheidest: Es wird gut werden! Auf den Winter folgt der Frühling.

Viele Grüsse
Claudia Per

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