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Wie machst du Pläne?

Jeden Tag machen wir Pläne, um unser Handeln zu strukturieren. Dabei kann Planen sehr unterschiedlich sein. Wir haben uns Gedanken rund um das Thema Pläne gemacht.

Liebe IKT-Freundin, lieber IKT-Freund!

2022 ist jetzt einen Monat alt und vielleicht kannst auch du noch den Jahreswechsel nachspüren. Viele Menschen starten mit neuen Ideen, mit neuen Vorhaben und mit neuen Plänen in ein Jahr. Wir überlegen uns, wie die kommenden 365 Tage werden können und wie wir die Zeit gestalten können. Doch was bedeutet es eigentlich zu planen? Dieser Frage möchten wir in diesem ersten Artikel des neuen Jahres nachgehen.

Zuerst möchten wir herausfinden: Warum planen wir? Was ist der Sinn von Plänen?
Pläne sind auf ganz unterschiedlichen Ebenen in unserem Leben relevant. Sie geben unserer Zeit eine Struktur, sie organisieren unseren Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresablauf. Auf diese Weise können wir Routinen bilden, was wiederum dazu führt, dass wir uns in unserem Lebensumfeld wohler, vertrauter und sicherer fühlen. Gleichzeitig sind Pläne nötig, um mit anderen Menschen zu interagieren. Ein Treffen, ein Telefonat, ein Seminar, ein Kochabend – all das möchte geplant sein, damit mehrere Personen zusammenkommen. Auch in Organisationen ist Planung nötig. Das merken wir beim IKT besonders dann, wenn es darum geht, einen Jahresplan auszuarbeiten. Dabei steht jedoch immer im Mittelpunkt: der Mensch mit seiner Zeit und seinen Aktivitäten.

Wo wir bereits bei den Menschen sind: Hier gibt es ganz unterschiedliche Typen, Vorlieben und Gewohnheiten.
An einem Ende des Planungs-Spektrums stehen die, die wir liebevoll als die „Durchgeplanten“ bezeichnen können.
Sie haben eine präzise Vorstellung davon, wie ihre Tagesgestaltung auszusehen hat. Sie haben dabei immer alle Eventualitäten mitgedacht und wissen genau, welche Programmpunkte sie abarbeiten wollen, um Spass zu haben. Das hat den Vorteil von Kontrolle, Übersicht und Orientierung. Einmal vorgeplant, lebt es sich viel leichter und unbeschwerter. Ein solches System führt allerdings dazu, dass jegliche Abweichung von der Agenda zu Unsicherheit, Irritation bis hin zum Gefühl von Kontrollverlust führen kann.

Auf der anderen Seite des Spektrums finden wir augenzwinkernd die „Planlosen“.
Für diese Freigeister ist das Aufstellen von Tagesplänen oder To-Do-Listen erst gar keine Option. Für sie stehen Spontanität, Freiheit und Flexibilität an oberster Stelle. Was es heute Mittag zu essen gibt, lässt sich auch just in time entscheiden, bis dahin sollte man sich nicht damit befassen. Menschen aus dieser Gruppe haben den Vorteil, dass sie kaum an etwas gebunden sind und von einer auf die andere Minute entscheiden können, was sie machen möchten. Andererseits kann man mit einem solchen Lebensstil in herausfordernde Situationen geraten, beispielsweise wenn eine andere Person oder Organisation Planungssicherheit haben möchte und dementsprechend frühzeitig Entscheidungen erwartet. Ein vorgeschriebener Zeitplan nimmt den „Planlosen“ die Freude an der Freiheit und der Ungezwungenheit.

Die beiden beschriebenen Typen sind natürlich Extrembeispiele, unser Umgang mit Plänen liegt wie immer irgendwo dazwischen. Es gilt also, einen Mittelweg zu finden, der Planung und Spontanität vereinen kann. Hier könnten verschiedene Begrifflichkeiten passen: Wie wäre es mit flexibler Planung? Oder mit agiler Planung? Eine solche Planung wäre darauf ausgelegt, dass man einerseits eine stabile Grundstruktur hat, die aber bei Bedarf problemlos geändert werden kann. Eine Abweichung vom Plan ist hier kein Weltuntergang, sondern lediglich eine Möglichkeit, den bestehenden Plan zu verbessern und den Bedingungen anzupassen.

Diese Idee geht auch damit einher, wie man plant: Das Erkennen von Möglichkeiten und neuen Chancen, die durch eine Planänderung entstehen, ist Teil des potenzialorientierten Planens. Hier lässt man sich auf spontanes Handeln ein und nimmt Planabweichungen als ein Geschenk an, das insgesamt vielleicht zu einem noch besseren Erleben führt.

Auf der anderen Seite steht das defizitorientierte Planen, welches sich darauf beschränkt, auf Nummer Sicher zu gehen. Bevor man durch eine Planänderung ein Risiko in Kauf nimmt, hält man sich lieber an das stabile Grundgerüst und macht keine allzu grossen Experimente.
Auch hier sind beide Sichtweisen berechtigt. Manche Menschen bevorzugen eine sichere und grundsolide Planung, andere wiederum kommen auch mit spontanen Änderungen gut zurecht.

Welche Art der Planung uns liegt – präzise und sicher, spontan und ungewiss oder ein Mittelweg – hängt von unserer Persönlichkeit ab und ist sehr individuell. Deshalb ist jeder Planungs-Typ vollkommen in Ordnung, denn jede Person weiss selbst am besten, wo die eigene Wohlfühlzone ist und wie viel „Spielraum“ aus dieser Zone man wagen will. Wo der eine Mensch sagt: „So planlos wie sie kann ich nicht leben, ich brauche meine festen Strukturen“, sagt der andere Mensch vielleicht: „Er schränkt sich selbst zu sehr ein mit den vielen Plänen, das würde mir nicht gefallen, ich brauche meine Freiheiten“. Beide Ansichten sind nachvollziehbar und legitim.

Wir möchten dich jedoch dazu einladen, voneinander zu lernen, dich auszuprobieren und neue Erfahrungen in Bezug auf dein Planungs-Verhalten zu sammeln.
Was wäre, wenn….
du auf der nächsten Reise nicht bereits alle Hotels im Voraus buchst, sondern nur das erste und triffst dann, inspiriert von den ersten Eindrücken des Ortes, deine weiteren Entscheidungen.
Oder andersherum: Buche schon mehrere Hotels im Voraus, wenn du dies normalerweise nicht tust. Vielleicht gefällt dir die Entspannung, die du durch diese Reiseplanung erfahren kannst. Denn was alle Planungs-Typen am Ende gemeinsam haben, ist der Wunsch nach einem erfüllten und glücklichen Leben und Erleben.

Mit diesen Worten wünschen wir dir, dass du weiterhin glücklich mit deinen Plänen und deiner Planung bist. Wenn dich etwas stört, sei mutig, dein Verhalten anzupassen und zu ändern, ob von durchgeplant zu spontan – oder andersherum.

Liebe Grüsse
Claudia Per